Kleine Seifenkunde

Kernseife, Gallseife, Schmierseife - was ist der Unterschied?

Seife ist nicht gleich Seife. Auf dieser Seite bringen wir Licht ins Dunkel der vielfältigen Bezeichnungen.

Kernseife

Kernseifen bestehen aus den Natriumsalzen verseifter Fette und sind dadurch fest (im Gegensatz zur Schmierseife). Sie werden durch das Aussalzen des Seifenleims gewonnen, wobei das Glycerin abgetrennt wird. Kernseifen sind die meisten handelsüblichen Körperseifen, also auch die Feinseifen.

Schmierseife

Im Gegensatz zur Kernseife besteht Schmierseife nicht aus Natriumsalzen sondern aus Kaliumsalzen von verseiften Fetten (historisch oft Leinöl, Rapsöl oder Hanföl). Durch das weniger polare Gegenion ist Schmierseife flüssig oder halbfest und wird deshalb auch Flüssigseife oder historisch Fassseife genannt. Schmierseife wird vorwiegend zu Reinigungszwecken im Haushalt verwendet.

Feinseife

Feinseife wird auch Toilettenseife genannt und bezeichnet eine handelsübliche Seife, die man im Supermarkt oder einer Drogerie kaufen kann. Auch bei Feinseife handelt es sich um nichts anderes als eine Kernseife, die allerdings noch Parfüm und weitere Zusatzstoffe (Farbstoffe, Lanolin etc) enthält. Oft werden Feinseifen auch natürliche Öle zugefügt (z.B. Olivenöl), um eine sanftere Reinigungswirkung und einen rückfettenden Effekt zu erzielen.

Gallseife

Gallseife enthält neben klassischer Seife auch noch weitere waschaktive Substanzen, die ursprünglich aus Rindergalle gewonnen wurden. Die Kombination der beiden Inhaltsstoffe führt zu sogenannten Mischmizellen aus Fettsäure- und Gallensalzen mit einer extrem großen Reinigungskraft. Selbst hartnäckiger Schmutz und Gras-, Blut- oder Rotweinflecken lassen sich mit Gallseife entfernen.

Leimseife

Der Import von Kokosöl und Palmkernöl nach Europa ab Mitte der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts ermöglichte die Herstellung sogenannter Leimseifen. Diese unterscheiden sich von der Kernseife dadurch, dass der Seifenleim nicht vom Seifenkern durch Aussalzen abgetrennt wird. Die Seife enthält somit noch Glycerin, welches als Osmolyt die Haut pflegt und befeuchtet.
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