Start Kernseife Aleppo-Seife

Aleppo-Seife

Die Aleppo-Seife gehört aufgrund ihrer ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffe zu den Natur-Seifen und wurde ursprünglich nur in und rund um die syrische Stadt Aleppo hergestellt. Aufgrund des andauernden bewaffneten Konflikts bestehen von den über 200 Seifen-Siedereien nur noch zehn Manufakturen in Aleppo. Mehrere Seifen-Siedereien wurden aber in benachbarten Ländern wie dem Libanon oder der Türkei wieder aufgebaut. Die Aleppo-Seife wird auch syrische Lorbeer-Seife genannt und besteht zu großen Teilen aus Olivenöl und variablen Anteilen des fetten Öls von den Beeren und manchmal auch Blättern des Echten Lorbeers. Echte Aleppo-Seife kommt ohne Farbstoffe, Stabilisatoren und anderen haltbarmachenden Inhaltsstoffen aus. Darüber hinaus werden der Seife weder Parfüme noch künstliche Aromen hinzugefügt, weshalb die Seife besonders für Allergiker und Neurodermitis-Geplagte geeignet ist.

Herstellung der Aleppo-Seife

Die im Vergleich zu anderen Seifen mild wirkende Aleppo-Seife riecht durch ihre zahlreichen ätherischen Öle würzig und aromatisch nach Kräutern. Dabei handelt es sich bei der traditionellen Aleppo-Seife um eine natürliche Kernseife, wodurch die Seife nur wenig Schaum bei der Berührung mit Wasser entwickelt. Die traditionelle Aleppo-Seife wird auch heute noch wie vor Jahrhunderten in großen Bodenkesseln von Hand hergestellt. Verschiedene Schriften und archäologische Funde aus dem Mittelalter lassen die Vermutung zu, dass die ursprüngliche Aleppo-Seife bereits seit dem 8. Jahrhundert nach Christi Geburt in Seifen-Siederein rund um die syrische Stadt Aleppo, vorzugsweise in den winterlichen Monaten November bis März, hergestellt wird.
Bei der Herstellung von traditioneller Aleppo-Seife wird Olivenöl bis zu drei Tage unter einem ständigen Rührprozess auf offenem Feuer in den großen Bodenkesseln auf etwa 200 Grad Celsius zum Sieden gebracht. Um eine Verseifung des Olivenöls herbeizuführen wird dem Öl in kleinen Schritten Soda-Asche und Wasser hinzugegeben. Durch den Siede-Prozess des Olivenöls und dem Hinzufügen der Asche und dem Wasser wird das Öl in Glycerin und Natriumsalz gespalten und bekommt eine festere Konsistenz. Bevor es zum endgültigen Aussalzen des Öls kommt, wird das Lorbeer-Öl zu der Menge hinzugegeben. Dabei beträgt der Anteil des Lorbeer-Öls zwischen zwei und 40 Prozent, was die spätere Festigkeit der Natur-Seife nach der Trocknung und das feine Schäumen beim Kontakt mit Wasser und der Reibung auf der Haut und den Haaren sicherstellt. Selten besitzen Aleppo-Seifen einen Anteil von über 60 Prozent des wertvollen Lorbeer-Öls. Darüber hinaus entwickelt die Seife durch das Lorbeer-Öl auch eine antibiotische und rückfettende Wirkung nach dem Einsatz auf der Haut und den Haaren.
Je nach Rezeptur geben die unterschiedlichen Manufakturen der Aleppo-Seife nach dem Siede-prozess und vor dem Erkalten der Seife verschiedene Duft- oder Heil-Kräuter wie Rosmarin- oder Rosen-Öl hinzu. Nachdem der Siede-Prozess der Natur-Seife abgeschlossen ist, wird die Soda-Lauge aus den Bodenkesseln abgelassen. Danach wird die restliche Lauge, die sich noch in der Mischung befindet, aus der Seifen-Masse mit frischem Wasser ausgewaschen. Schließlich wird das Restwasser des Wasch-Prozesses abgelassen und die Natur-Seife kann über Nacht abkühlt und endgültig entwässert werden. Nach dem Abkühlungsprozess wird die nun grünliche Paste der Natur-Seife aus dem Kühl-Kessel herausgelassen und auf dem mit Folien abgedeckten, glatten Boden zum Aushärten ausgestrichen. Die Seife muss nun zwischen 24 und 40 Stunden lang trocknen und aushärten, bevor die Masse in gewünschte Formen, meist Quadrate oder Rechtecke, geschnitten werden kann. Die fast fertigen Seifen-Stücke werden anschließend mit dem jeder Manufaktur zugehörigen typischen Stempel versehen und so unverwechselbar gesiegelt. Damit die Seife verkauft werden kann, muss diese anschließend sechs bis neun Monate auf Paletten luftig gestapelt austrocknen und ihre endgültige Härte ausbilden. Diese Reifung bewirkt neben der Aushärtung und Trocknung, dass die Natur-Seife auf ihrem Äußeren oxidiert und so eine ocker- bis sandfarbene Tönung annimmt. Ihre grünliche Färbung behält die Seife meist nur in ihrem inneren Kern. Die Seife wird heute zum einem großen Teil in die westliche Welt wie Amerika und Europa, aber auch nach Asien exportiert und dort als Naturkosmetik-Produkt verkauft.
Aleppo-Seife kann bei optimaler Lagerung mehrere Jahre aufbewahrt werden, ohne dass die Seife ihre Konsistenz verändert. Die Natur-Seife sollte dabei trocken und kühl gelagert werden, damit die Seife ihre Qualität beibehält. Dabei sollte eine Lager-Temperatur von über 40 Grad Celsius vermieden werden. Zudem darf die Natur-Seife nicht eingefroren werden.

Wirkung der Aleppo-Seife

Aleppo-Seife wird nicht nur als einfaches Reinigungsmittel des Körpers und der Haare eingesetzt. Bereits in der Antike wurden Seifen mit Lorbeer-Öl von den Römern und Griechen auch als Wundheil-Mittel eingesetzt. Aleppo-Seife gehört aufgrund ihres hohen pH-Werts von etwa acht bis neun zu den basischen Haut- und Haarpflege-Produkten, die durch ihren hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren optimal für eine rückfettende Pflege der Haut eingesetzt werden kann. Ein Seifenstück der Aleppo-Seife hält oft über mehrere Monate vor und ermöglichst eine relativ kostengünstige naturkosmetische Pflege, die wenig Müll produziert, da die Seife quasi unverpackt verkauft werden kann.
Aleppo-Seife enthält durch ihren variierenden Anteil an Lorbeer-Öl relativ hohe Mengen an Linolsäure, weswegen die Natur-Seife in der Lage ist, verschiedensten Reizungen und Verletzungen der Haut zu heilen. Darüber hinaus enthält Aleppo-Seife hohe Anteile an Vitamin A und Vitamin E sowie die Mineralstoffe Magnesium, Calcium und Kalium, die die Haut und die Haare optimal mit Nährstoffen versorgen können. Zudem wirkt die Aleppo-Seife durch das enthaltene Lorbeer-Öl antifungal, antibiotisch und rückfettend, weshalb die Natur-Seife als natürliches Mittel gegen Ekzeme aller Art, Hautpilze, Krätze, Läuse-Befall und Entzündungen der Haut wie Neurodermitis eingesetzt werden kann. In vielen Kulturen wird Aleppo-Seife auch bei der Behandlung von Stichen durch Insekten, Sonnenbrand und Schürfwunden mit Erfolg angewendet. In einigen Fällen kann die Natur-Seife auch bei Rheuma oder anderen akuten Verletzungen wie Prellungen Linderung verschaffen. Durch die Benutzung als natürliches Shampoo kann Aleppo-Seife Kopfschuppen reduzieren und die Kopfhaut optimal mit Feuchtigkeit versorgen ohne zu fetten. Ferner kann die Benutzung von Aleppo-Seife als Zahnpflegemittel Entzündungen im Mund und Zahnfleisch reduzieren und die aufgeschäumte Seife kann als schonende Rasierseife eingesetzt werden.
Über die Hautpflege und Nutzung als Heilmittel hinaus kann Aleppo-Seife als schonendes Reinigungsmittel für Kleidung und Haushaltstextilien verwendet werden. Auch die Reinigung von Leder und Fell kann mit Aleppo-Seife durchgeführt werden, ohne dass die empfindlichen Stoffe Schaden nehmen.
Des Weiteren wirkt die Seife durch die Inhaltsstoffe des Lorbeer-Öls abschreckend auf Insekten aller Art, weshalb die Natur-Seife auch als natürliches Insekten-Repellent auf der Haut, auf der Kleidung oder in Lagerorten wie Kleiderschränken verwendet werden kann.

Potenzielle Gefahren durch Aleppo-Seife

Wie andere Inhaltsstoffe ätherischer Öle, können auch die Inhaltsstoffe des Lorbeer-Öls bei manchen Menschen, die empfindlich auf solche Stoffe reagieren, Kontakt-Allergien auslösen. Als Auslöser für diese Reaktionen wird meist das Kontakt-Allergen Costunolid angegeben, aber auch andere Inhaltsstoffe des Lorbeer-Öls wie beispielsweise Eremanthin, Zaluzanin D oder Laurenobiolid gelten als potentiell allergen. Empfindliche Menschen können auf Aleppo-Seifen mit einem relativ niedrigen Anteil an Lorbeer-Öl zurückgreifen, um feststellen zu können, ob sie eventuell allergisch auf die Natur-Seife reagieren.

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