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Rasieren mit Kernseife

Über viele Jahrhunderte, auch noch zu den Zeiten unserer Großeltern, war Kernseife selbstverständlicher Bestandteil einer Nassrasur. Als sogenannte Rasierseife wurde sie seit Beginn des 19. Jahrhunderts industriell produziert, meist als flaches, rundes Seifenstück, zur Verwendung in einer Rasierschale. Elektrische Rasierer und Rasierschaum aus der Dose sind dagegen relativ neue Erfindungen des 20. Jahrhunderts.

Erst in den letzten Jahren feiert Rasierseife wieder ein Comeback – dank ihrer herausragenden Eigenschaften und dem allgemeinen Trend zur Rückbesinnung auf Tradition und Qualität.

Bei einer Rasur (egal ob für Männer oder Frauen) hat die Rasierseife zwei wichtige Aufgaben: sie soll das Haar aufquellen und den Rasierer sanft über die Haut gleiten lassen.

Auch Rasierseife ist Kernseife

Der deutsche Chemiker Dr. Walther Schrauth beschreibt in seinem “Handbuch der Seifenfabrikation”, einem Standardwerk der Seifenherstellung, die notwendigen Voraussetzungen einer Seife zum Rasieren:

“Von einer Rasierseife verlangt man, daß sie zart und mild ist, die Haut nicht im geringsten angreift und leicht einen Schaum entwickelt, der möglichst lange stehen bleibt. Diesen Anforderungen entspricht am besten eine neutrale Kernseife.”

Tatsächlich handelt es sich bei den meisten kommerziellen Rasierseifen um echte Kernseifen, ergänzt um pflegende Eigenschaften und einen besonders starken Schaum.

Die meisten Rasierseifen werden, im Gegensatz zur klassischen Kernseife, mit einem gewissen Anteil Kalilauge hergestellt.  Durch das weniger harte Gegenion erhält die Seife eine weichere Konsistenz und einen feinporigeren Schaum. Noch wichtiger für den Schaum ist allerdings die Art der bei der Seifenherstellung eingesetzten Fette bzw. Öle.

 

Rasierseife richtig benutzen

Bei der richtigen Verwendung von Kernseife bzw. Rasierseife zum Rasieren gilt es ein paar Regeln zu beachten. Mit der folgenden Anleitung steht einer perfekten Nassrasur nichts mehr im Wege.

Benötigt werden:

  • ein Stück Rasierseife bzw. Kernseife
  • ein Rasierpinsel (bevorzugt aus Dachshaar)
  • eine Rasierschale oder Tasse
  • einen Rasierer für die Nassrasur

Dann kann es losgehen:

  1. Rasierschaum herstellen. Die Seife in die Rasierschale legen.  Den Pinsel anfeuchten und mit zartem Druck auf der Seife hin und her reiben, bis sich ein feinporiger Schaum gebildet hat.
  2. Rasierschaum verteilen und einwirken lassen. Als grobe Faustregel gilt: zwei Minuten den Rasierschaum verteilen und einwirken lassen. Dadurch quellen die Haare auf, werden weich und lassen sich bequem abrasieren.
  3. Rasieren.